Freiwillige Feuerwehr Winkel/Rhg.
Freiwillige Feuerwehr Winkel/Rhg.

1995 - 2005: Fit fürs nächste Jahrtausend

Die Jahre vor und nach der Jahrtausendwende sind von zahlreichen Veränderungen geprägt - sowohl in personeller, als auch in örtlicher und technischer Hinsicht. Begonnen hat dies am 27. Mai 1995, als zum 90-jährigen Jubiläum eine neue Vereinsstandarte mit einem Festgottesdienst eingeweiht wurde. Diese ist eine exakte Kopie der schon betagten ersten Fahne von 1922, die sich sicher verwahrt nunmehr im Ruhestand befindet.

 

Am 28. Oktober 1995 ist ein spektakulärer Großbrand zu verzeichnen. Was als Kleinfeuer nach Verpuffung durch unsachgemäße Reparaturmaßnahmen an einem PKW begann, breitete sich innerhalb weniger Minuten zu einem Vollbrand der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Mühle am Elsterbach in der Hauptstraße aus. Einer der Hausbewohner hatte an seinem im Schuppen neben dem Gebäude abgestellten Fahrzeug hantiert und dabei Benzindämpfe entzündet. Bei der Verpuffung wurde er schwer verletzt und der Schuppen geriet in Brand. Aufgrund der Bauweise und der gelagerten Materialien breitete sich das Feuer rasend schnell aus und griff auf das Wohngebäude über, das vollständig niederbrannte.

 

Brand der Mühle am Elsterbach 1995

Am 27. April 1996 wurde Kam. Hermann Weinfurter stellvertretender Wehrführer und stellvertretender Vorsitzender. Im gleichen Jahr konnte an Pfingsten die Jugendfeuerwehr Winkel ihr 25-jähriges Bestehen feiern. An den ausgerichteten Wettkämpfen beteiligten sich 13 Jugendfeuerwehren mit über 130 Teilnehmern.

Ebenfalls 1996 wurde die Indienststellung eines Fernmeldefahrzeuges auf Basis eines VW Transporters gefeiert. Das Neufahrzeug im Gesamtwert von über 60.000 DM, das mit umfangreicher Fernmeldetechnik ausgestattet ist, wurde komplett aus dem Vereinsvermögen finanziert.

 

Spatenstich für das Feuerwehrhaus 1997 mit Wehrführer Kurt Nemec und Bürgermeister Paul Weimann

Ein lang ersehntes Ereignis fand am 23. Juni 1997 statt. Unter Beisein von Prominenz aus Politik und Feuerwehrwesen wurde mit dem feierlichen Spatenstich durch Wehrführer Kam. Kurt Nemec und Bürgermeister Paul Weimann der Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus eingeläutet. Lange Jahre der Planung sind dem Bau vorangegangen. Bereits 1991 entstanden erste Ideen für einen Neubau am ehemaligen Standort am Kerbeplatz im Zuge des geplanten neuen Hauses der Vereine. Diese Planungen scheiterten jedoch aus verschiedenen Gründen, und so musste nach neuen Alternativen für den Standort gesucht werden. Die Wahl fiel schließlich auf die Kirchstraße in der Nähe des Sportplatzes. Unter Einbringung einer großen Eigenleistung durch die Feuerwehr wurde von der Fa. Schwabenhaus die neue Unterkunft errichtet, und im März 1998 konnte die Feuerwehr Winkel mit "Tatütata" ins neue Heim umziehen. Die feierliche Schlüsselübergabe durch die Stadt Oestrich-Winkel fand schließlich am 29. April 1998 statt. Endlich verfügte die Feuerwehr Winkel über moderne Räumlichkeiten mit ausreichend Stellplatz für Fahrzeug und Gerät, Werkstätten, Umkleideräumen mit sanitären Einrichtungen, großzügigen Schulungsräumen und einem Büro.

 

Dann kam der Jahrtausendwechsel. Überall stellten Hilfsorganisationen und Behörden Krisenstäbe und Einsatzgruppen bereit, um im Falle von Problemen bei der Umstellung auf die neue Jahreszahl vorbereitet zu sein. So auch eine Gruppe der Feuerwehr Winkel, die Silvester mit Selters statt Sekt im Feuerwehrhaus verbrachte. Der befürchtete "Y2K"-Crash blieb allerdings aus, der Jahrtausendwechsel ging reibungslos vonstatten. Stattdessen begann das neue Jahrtausend mit einem tödlichen Verkehrsunfall in der Neujahrsnacht, zu dem auch die Feuerwehr Winkel ausrücken musste. Ein weiteres einschneidendes Ereignis war die Verabschiedung einer neuen Vereinssatzung am 11. März 2000 durch die Mitgliederversammlung. Nach über einjähriger Vorbereitungszeit wurde eine moderne Vereinssatzung umgesetzt, die erstmals eine vollständige Trennung zwischen der Organisation Feuerwehr und dem Verein "Freiwillige Feuerwehr Winkel 1905 e.V." brachte.

Am gleichen Tag kam es auch zum Generationenwechsel in Wehrführung und Vereinsführung. Nach Erreichen der Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst schied der leider viel zu früh verstorbene Kam. Kurt Nemec als Wehrführer aus und stellte auch das Amt des Vereinsvorsitzenden den jüngeren Generationen zur Verfügung. Damit ging eine Ära zu Ende, wenngleich er noch bis zu seinem frühen Tod im Oktober 2002 die Alters- und Ehrenabteilung im Feuerwehrausschuss vertreten hat. Für seine Verdienste in fast 24 Jahren als Wehrführer und Vereinsvorsitzender und in der Vorstandsarbeit in den Jahren davor wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Mit ihm wurden ebenfalls für jahrzehntelange Vorstandsarbeit Kam. August Charisse und der ausscheidende Kassenwart, Kam. Josef Weis, zu Ehrenmitgliedern ernannt. Nachfolger von Kam. Kurt Nemec wurde Kam. Hermann Weinfurter, sein Stellvertreter in beiden Ämtern wurde Kam. Rainer Kaufmann.

 

Im Jahr 2001 stand schon der nächste Einschnitt in der Geschichte an. Nach langen Jahren der Verhandlungen und Planungen konnte endlich die Ersatzbeschaffung für das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 bestellt werden. Am 24. November 2001 fand in einer kleinen Feierstunde die Schlüsselübergabe durch die Stadt Oestrich-Winkel statt. Das Fahrzeug ist nach den modernsten Aspekten der Brandbekämpfung, der Technischen Hilfeleistung und der Arbeitssicherheit konzipiert und ist damit in der Lage, sich heutigen und künftigen Herausforderungen im Einsatzdienst zu stellen. Es handelt sich um ein geländegängiges Fahrgestell Typ Mercedes-Benz Atego mit einem Aufbau der Firma Ziegler. Auch hier beteiligte sich die Vereinskasse an der Ausrüstung und Ausstattung des Fahrzeuges.

Das noch diensttaugliche Vorgängerfahrzeug wurde von der Stadt Oestrich-Winkel der Partnerstadt Tokaj überlassen und durch Kameraden der Feuerwehr Winkel an seine neue Wirkungsstätte überführt. Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde das neue Fahrzeug dann am Pfingstsonntag 2002 eingesegnet.

 

Weihe des neuen TLF 16/25 an Pfingsten 2002

Am 20. November 2002 rückten die Feuerwehren der Stadt in die Schwarzgasse nach Winkel zu einem Wohnhausbrand aus. Trotz der Unübersichtlichkeit des Brandobjektes konnte Schlimmeres verhindert werden.

Das Jahr 2002 brachte auch Änderungen im Erscheinungsbild der Feuerwehr. Zum einen konnte die Ausstattung der Einsatzabteilung mit den seit einigen Jahren verfügbaren neuen Brandschutzanzügen abgeschlossen werden, wodurch die Sicherheit der Einsatzkräfte erheblich verbessert werden konnte. Zum anderen wurden die bisherigen Uniformen "eingemottet", da sie nicht mehr den Vorschriften entsprachen. Daher entschloss man sich, möglichst die gesamte Einsatzabteilung auf die neue, moderne Dienstkleidung umzustellen. Allerdings fehlten in den öffentlichen Kassen die Mittel für einen solchen Schritt. Daher entschloss sich der Verein Feuerwehr Winkel, eine Spendensammelaktion zur Unterstützung der Neuanschaffung durchzuführen, die so erfolgreich war, dass man im Juli 2002 die neuen Uniformen der Öffentlichkeit bei einer kleinen Feierstunde im Park der Schlosses Vollrads vorstellen konnte.

 

Im Jahr 2002 begannen auch die Planungen für das 100-jährige Stiftungsfest. Man beschloss, neue Wege zu gehen und Ressourcen zu vereinigen, indem man das Fest gemeinsam mit der Nachbarwehr aus Mittelheim feiern wird, die im gleichen Jahr ihr 75-jähriges Bestehen feiern kann. Im Dezember des gleichen Jahres gab es noch eine Neuerung. Die Katastrophenschutzbehörden des Landkreises Rheingau-Taunus trugen der Stadt Oestrich-Winkel die Unterstellung eines gebrauchten Löschgruppenfahrzeuges LF16-TS an. Da nur in Winkel genügend Platz vorhanden war, wurde beim Feuerwehrausschuss Winkel diesbezüglich angefragt. Man stimmte zu. Der sich im Besitz des Vereins befindliche, mittlerweile in Ehren ergraute Gerätewagen wurde an einen Sammler für Feuerwehroldtimer veräußert, um Platz in der Fahrzeughalle zu schaffen. Der Erlös aus dem Verkauf des GW wurde als Grundstock für ein in näherer Zukunft angedachtes Jugendfeuerwehrfahrzeug bestimmt. Dieses kam schneller als erwartet. Der Mannschaftstransportwagen, der ebenfalls von der Jugendfeuerwehr Winkel mitgenutzt und mitfinanziert wurde, verunfallte im Oktober 2003 unverschuldet. Dank der Rücklagen aus dem Verkauf des GW konnte zusammen mit der Versicherungsleistung im Jahre 2004 ein gebrauchter VW Bus erworben und in Eigenleistung umgebaut werden.

 

Seit dem Sommer 2003 kam es in Winkel und Umgebung immer wieder zu kleineren und mittleren Brandstiftungen durch unbekannte Täter. Waren diese Taten schon feige genug, hätte sich beinahe eine davon zur tödlichen Katastrophe ausweiten können. In der Nacht zum 21. Juli 2004 wurde im Schuppen des ehemaligen Kindergartens am Kerbeplatz Feuer gelegt. Das leer stehende Gebäude wurde vom DRK als Lagerraum benutzt. Zuvor befand sich dort auch der frühere Schulungs- und Versammlungsraum der Feuerwehr. Die enge Bauweise und die gelagerten Materialien führten zu einer rasanten Brandausbreitung. Der ehemalige Kindergarten brannte vollständig aus, das benachbarte, denkmalgeschützte "Leinreiterhaus" wurde durch Feuer und Löschwasser schwer beschädigt, ebenso das hinter dem ehemaligen Kindergarten gelegene Wohnhaus einer Familie. Der Hauseigentümer bemerkte den Brand durch Zufall und konnte sich mit seiner schwangere Frau und deren kleinen Sohn sowie seiner Mutter auf die Straße retten, bevor ihr Haus Opfer der Flammen wurde. Es war dies eines der größten Schadfeuer in der Geschichte Winkels. Die Betroffenheit über das Schicksal der Familie, die durch diesen feigen Akt obdachlos geworden war, lies die Menschen in Winkel zusammenrücken. Zahlreiche Spenden gingen ein, und auf dem Kerbeplatz wurde im Schatten der zerstörten Häuser von Winkeler Vereinen ein Benefizkonzert durchgeführt, an der zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teilnahmen.

 

Brand am Kerbeplatz 2004

Nur drei Wochen später, am 12. August 2004, kam es in der Stadt Oestrich-Winkel gleich zum nächsten Großbrand. Wiederum durch Brandstiftung wurde die Gaststätte Rheinterrassen Schwed in Oestrich ein vollständiger Raub der Flammen.

Freiwillige Feuerwehr Winkel/Rhg. 1905 e.V.

Kirchstr. 126

65375 Oestrich-Winkel

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